In zwei Jahren werden die ersten ICE-Züge über die neue Albtrasse von Ulm nach Wendlingen unterwegs sein. Auf der bereits verlegten, 70 Kilometer langen Gleisstrecke haben sich die ersten Güterzüge in Bewegung gesetzt. Sie transportieren die restlich benötigen Schienen für die geplante 120-Kilometer-Strecke über die Alb. Ab Ende 2022 werden die Reisepassagiere dann in elektrifizierten ICE-Zügen mit 250 Stundenkilometern über die Schwäbische Alb befördert. Um das ehrgeizige Ziel, ab dem Jahr 2050 klimaneutral zu sein, mit Nachdruck zu verfolgen, setzt die Deutsche Bahn auf weitere Antriebsalternativen. Parallel zur Eröffnung der elektrischen Verbindung Ulm-Wendlingen läuft die Erprobung eines Wasserstoff-Triebwagens an. Hierfür rüstet die Deutsche Bahn ihr Instandhaltungswerk in Ulm auf die neue Technologie um.

Insgesamt 39 Prozent des Bahnnetzes, was eine Gesamtstrecke von 13.000 Kilometer ausmacht, haben bisher keine elektrischen Oberleitungen. Bis zur klimaneutralen Bahn in 30 Jahren müssen zudem noch 1.300 Dieselfahrzeuge durch alternative Antriebe ersetzt werden. Neben der Elektrifizierung bietet daher auch der Wasserstoffantrieb eine Möglichkeit zur Erreichung des klimaneutralen Ziels.

Im Jahr 2024 soll der erste Wasserstoffzug mit dem Namen „Mireo Plus H“, der sich beim Hersteller Siemens Mobility bereits in Arbeit befindet über die Schiene rollen. Die für zwölf Monate ausgewählte Probestrecke führt von Tübingen über Horb nach Pforzheim. Dieser Streckenverlauf wurde von den Experten wegen der für den Anlass vorteilhaften Taktung des Fahrplans und der natürlichen Unregelmäßigkeiten in der Topografie ausgewählt. Auf insgesamt 120.000 Jahreskilometern soll der zweiteilige Regionalzug mit Wasserstoffantrieb einen Dieselzug im planmäßigen Fahrbetrieb ersetzen. Der 160 Stundenkilometer schnelle „Mireo Plus H“ mit Brennstoffzelle und Batterie soll in gleichen Maße leistungsfähig sein, wie ein elektrisch betriebener Zug. Allein während des Probejahres soll er einen CO2-Ausstroß von 330 Tonnen einsparen.

Für die Wartung und nötige Reparaturen wird der Wasserstoffzug in die Werkstatt der DB Regio in Ulm gebracht. Die Mitarbeiter im Instandhaltungswerk der Deutschen Bahn in Ulm müssen sich in den nächsten drei Jahren daher ausgiebig mit der Wasserstoff-Technologie befassen. Denn sie sollen künftig schließlich die neuen mit Wasserstoff betriebenen Triebwagen der Bahn warten und instand halten. Dafür wird das Werk Ulm umgerüstet und die Mitarbeiter entsprechend geschult.

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