Der faire Handel von Waren wird in unserer Gesellschaft von Tag zu Tag wichtiger. In Sachen Fairtrade nehmen die Städte Ulm und Neu-Ulm sowie der Landkreis Neu-Ulm weiterhin eine Vorreiterstellung ein. Alle drei erfüllen die fünf nötigen Kriterien der Fairtrade-Kampagne und bekamen vom Verein TransFair den „Fairtrade-Titel“ verleihen. Die auf zwei Jahre vergebene Auszeichnung wurde für die Stadt Ulm erst kürzlich bis 2022 erneuert. Neu-Ulm wurde erstmals 2017 mit dem Prädikat bedacht, das bereits im Dezember 2019 verlängert wurde. Sogar denr Landkreis Neu-Ulm ziert seit Ende 2019 das Frairtrade-Siegel. Doch was steckt genau hinter dieser Auszeichnung?

Als Vertreter für Deutschland agiert der Verein TransFair e.V. in Köln seit 1992 im Auftrag der weltweiten Organisation für fair produzierte und gehandelte Waren. Mit dieser Initiative wird es den Erzeugern, meist Kleinbauern in Afrika, Südamerika und Asien, ermöglicht aus eigener Kraft zu überleben und vom Ertrag auf Dauer ihre Familien ernähren zu können. Diese Chance haben die Ärmsten dieser Welt aber natürlich nur, wenn in absatzstarken Ländern auch ein Markt für ihre Waren entsteht. Diesen Markt erkennt der Verbraucher am Fairtrade-Label.

Einzelne Unternehmen, schulische Einrichtungen und auch Kommunen, Kreise, Regionen oder ganze Bundesländer können sich in verschiedenen Kampagnen um den Titel Fairtrade bewerben. Im kommunalen Bereich kann die Initiative auch von Menschen aus der Bevölkerung angestoßen werden. Die jeweilige Stadt oder Region kann sich dann auf die Fairtrade-Towns-Kampagne bewerben, um das Gütesiegel zu erhalten. Im Vorfeld müssen diese allerdings fünf Kriterien erfüllen.

  1. Einen Ratsbeschluss zur Unterstützung des fairen Handels. Welcher auch dadurch bekräftigt werden muss, dass in den eigenen Reihen fair gehandelter Kaffee sowie ein weiteres Produkt ausgeschenkt bzw. gereicht werden muss.
  2. Die Gründung einer aus mindestens drei Personen bestehenden Steuerungsgruppe, deren Vertreter aus Privatpersonen, Politik und Wirtschaft bestehen. Durch diese Gruppe werden die Aktivitäten vor Ort koordiniert.
  3. Nach einem festgelegten Richtwert der Einwohnerzahl müssen im ansässigen Handel, in Unternehmen und der Gastronomie jeweils eine bestimmte Anzahl faire Produkte angeboten werden.
  4. Aus der Zivilgesellschaft müssen sich Schulen, Vereine und Kirchen in Form von Informations- und Bildungsaktivitäten am Engagement für fairen Handel beteiligen.
  5. Lokale Medien müssen über die Aktivitäten zum Thema Fairtrade berichten.

Der Stadt Ulm gelingt die Erfüllung dieser Kriterien bereits seit 2014. Damit erhielt sie nun aktuell bereits zum vierten Mal den auf jeweils zwei Jahre vergebenen Titel. Neu-Ulm hat die geforderten Voraussetzungen 2019 zum zweiten Mal gemeistert und der gesamte Landkreis Neu-Ulm wurde 2019 erstmals ausgezeichnet.

Unglaublich viele Einzelhändler, Unternehmen und Einrichtungen beteiligen sich bereits an den Aktivitäten im Ulmer Umfeld und bieten mindestens zwei fair gehandelte Waren oder Produkte an. Informationen über teilnehmende Unternehmen und Institutionen finden sich auf den städtischen Internetseiten und dem Suchbegriff „fairtrade“. Erkennbar auf einer Fairtrade-Shopping-Tour durch die Städte sind die Unterstützer aber vor allem am Fairtrade-Siegel.

 

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