Immer mehr Jugendliche mischen sich konstruktiv in die Welt der Politik ein. Friday für Future beweist seit langem, was junge Menschen, die sich zu Wort melden, bewirken können. Die Stadt Neu-Ulm hat nun ein Projekt am Start, bei sich 12-15-Jährige ganz offiziell in kommunalpolitische Entscheidungen einmischen können. Im Dezember 2020 hatte sich die Stadtverwaltung neben 114 anderen Städten in Deutschland für das Projekt „Jugend entscheidet“ beworben und Mitte Januar die Zusage von Seite des Veranstalters erhalten.

Veranstalter des Projekts „Jugend entscheidet“ ist die Gemeinnützige Hertie-Stiftung, die das Programm für innovative Kommunen ins Leben gerufen hat und dieses begleitet sowie finanziell unterstützt. Gestartet wird 2021 mit insgesamt zehn Kommunen, die sich über ganz Deutschland verteilen. Mit dabei ist auch die Stadt Neu-Ulm.

In Neu-Ulm leben derzeit insgesamt 62.510 Einwohner. Aktuell sind 2.195 davon Mädchen und Jungen im Alter zwischen 12 und 15 Jahren. Diese jungen Menschen sollen aktiv in der Stadtverwaltung mitreden und die Demokratie mit ihren Ideen bereichern. Durch das Projekt „Jugend entscheidet“ lernen Jugendliche im direkten Miteinander mit dem Stadtrat wie Demokratie funktioniert und können sich für das eigene Lebensumfeld einsetzen. Aber nicht, wie sonst üblich, sollen die jungen Bürgerinnen und Bürger nur um Rat gefragt werden, sondern sie sollen auch tatsächlich aktiv selbst entscheiden können.

Im ersten Schritt des Ablaufs soll die Jugend zu konkreten lokalpolitischen Themen Vorschläge erarbeiten. Die Themengebiete reichen hierbei von der Mobilität über die Stadtentwicklung bis hin zur Freizeitgestaltung sowie die Bereiche Natur und Umwelt. Von der Verwaltung wird auf politischer Seite anhand der Vorschläge eine klare Entscheidungsfrage mit mehreren Antwortmöglichkeiten definiert. Im letzten Schritt erfolgen die Abstimmung der Jugendlichen und die abschließende Festlegung durch eine öffentliche Ratssitzung. Unterstützung bei den Abläufen erhalten sowohl die Stadtverwaltung, als auch die Jugendlichen. Dem Stadtrat stellt die Hertie-Stiftung eine professionelle Prozessbegleitung zur Verfügung. Den Jugendlichen steht der Verein Politik zum Anfassen e.V. zur Seite.

Auf diese Weise sollen neue Impulse geschaffen und Perspektiven aufgezeigt werden, an welche Erwachsene evtl. gar nicht denken. Eine perfekte Möglichkeit für die Jugend, sich aktiv zu beteiligen und die eigene Zukunft in der Heimatstadt gestalten.

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