Auf Schulgebäuden, Kindertagesstätten, Betonmasten, Wohnhäusern und vor allem auf der Kirche, überall sind sie zu finden, die Weißstörche von Langenau. Ihre großen Horste, die sich über die ganze Stadt verteilen sind leicht auszumachen. Die gesamte Sommerzeit über werden die luftigen Wohnungen ausgebaut und können am Ende einen Durchmesser von zwei Metern sowie ein Gewicht von mehreren Hundert Kilo erreichen.

Etwa 100 Tiere waren während der Brutzeit 2020 im gut 15.000 Einwohner zählenden Langenau zu Gast. Die Natur- und Vogelschützer vor Ort haben herausgefunden, dass es sich bei vielen Storchenpaaren um die gleichen handelt, die auch 2019 schon in der drittgrößten Stadt des Alb-Donau-Kreises genistet hatten.

Und sie waren fleißig. Denn die stolze Zahl von 40 Jungstörchen konnte in dieser Saison gezählt werden. Wie war das doch gleich mit dem Storch und den Babys? Nun, ob es in Langenau auch mehr Menschenkinder gibt, seit die Störche kommen, sei hier nicht berücksichtigt. Auf jeden Fall scheinen sich die Tiere in der Stadt sehr wohl zu fühlen.

Am Tag streifen sie auf Futtersuche gemeinsam mit den Landwirten über die Felder und wenn der Tag sich zum Abend neigt, kommen sie in ihre hochgelegenen Appartements zurück. Bei Dämmerung geben sich viele der Vögel ein Stelldichein auf dem Dach der Martinskirche. Hier kann man sie in Reih und Glied bestaunen. Da sitzen die weiß-schwarzen Federtiere mit einem sicheren Mindestabstand von einer Flügellänge, die immerhin bis zu knapp 60 Zentimeter betragen kann, für einige Zeit zusammen.

Wer noch einen Blick erhaschen möchte, sollte sich sputen und sich in den letzten Ferientagen noch nach Langenau aufmachen. Denn nun Beginnt die Zeit, da auch die Störche langsam an ihre Afrikareise denken. Es darf spekuliert werden, wie sich die Anzahl im nächsten Frühjahr entwickelt, wenn die Störche aus ihren südlichen Winterlagern zurückgekehrt sind. Auch dann ist ein Besuch in Langenau sicher wieder lohnenswert. Auch, wenn es nur darum geht Babys zu zählen.

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